Facts about me

Ich finde es faszinierend, dass wir Menschen unsere Eigenheiten haben. Es gibt so viele verschiedene Faktoren, die ein menschliches Wesen ausmachen. Spannend finde ich auch, dass Äusserlichkeiten zwar irgendwie vorgegeben, aber durchaus stark beeinflusst vom Innenleben sind. Was du isst, wie du denkst, mit wem du dich abgibst, wie du zu dir selber stehst, was dich geprägt hat und bestimmt noch einige weitere Faktoren beeinflussen wer du bist, wie du aussiehst und wie du wahrgenommen wirst. Dementsprechend erlebst du auch das Leben und deine Mitmenschen. Es ist so komplex, aber simpel zugleich. Deshalb möchte ich euch im heutigen Blogeintrag ein paar unnötige Facts über mich erzählen. Es sind nur ein paar Wenige, aber sie machen einen Teil von mir aus.

  1. Ich bin eher eine Einzelgängerin ( was im Wiederspruch zu meiner kommunikativen, offenen Art ist)
  2. Ich bin überhaupt nicht Multitasking und kann mich nur auf eine Sache konzentrieren, sonst kriege ich Panik.
  3. Ich bin eine verrückte Pflanzenlady
  4. Ich trinke keinen Alkohol und war noch nie betrunken
  5. Ich lebe seit 3 Jahren zuckerfrei (mit minimässigen Ausnahmen)
  6. Ich bin harmoniesüchtig
  7. Meine Lieblingsfarbe wechselt immer wieder und ist momentan kupferrot
  8. Neben meinem Bruder habe ich noch 3 Halbgeschwister
  9. Bevor ich Rückenprobleme hatte, war ich Tänzerin und hatte mal eine kurze Zeit lang eine eigene Dancehall-Klasse.
  10. Ich habe Angst vor dem Autofahren ( folglich kann ich natürlich auch nicht fahren)
  11. Als Kind wollte ich zuerst Flugbegleiterin, dann Maskenbildnerin werden
  12. Eure Haare kommunizieren mit mir, während ich sie schneide 😉
  13. Ich räuchere ein paar Mal im Jahr meine Wohnung aus um negative Energie zu bereinigen
  14. Als 16-Jährige hatte ich einmal eine eigene Kunstausstellung und habe fast alle meine Bilder verkauft. Seither sind meine Malfähigkeiten leider geschrumpft ( Oder die Zeit dazu).
  15. Mein Lieblingsessen ist selbsgemachtes Dinkelbrot.
  16. Mein meistgetrunkenes Getränk ist Hafermilch
  17. Als Teenie habe ich mir ein paar meiner Klamotten selbst genäht mit erfundenen Schnittmustern
  18. Ich hatte Tendenz zum Groopie und habe mit Freundinnen als Kind einmal die Schule geschwänzt um meine Lieblingsband aufzusuchen ( Wisst ihr noch, Irina, Chantal und Mirjam? Was für ein Tag im Vivastudio…hach)
  19. Ich kriege Bauchschmerzen von Konjaknudeln
  20. Ich versuche durch Netflix mit spanischen Serien spanisch zu lernen und kann ein paar Sätze
  21. Ich habe noch nie das Gefühl gemocht, Hosen zu tragen. Ich wäre glücklich wenn ich immer nur Kleider tragen könnte ( aber das wäre ein bisschen langweilig)

Wow jetzt bin ich müde von all diesen unnützen Fakten über mich. Tschüssi und danke fürs lesen 🙂

New Hair

Sie kann sich langsam anschleichen oder plötzlich wie aus heiterem Himmel zuschlagen : Die Lust auf eine neue Frisur. Kennst du das? Du ertappst dich beim rumstöbern auf Pinterest in Frisurenposts oder bewunderst Instagram-Profile mit Menschen, die eine Haarpracht haben, bei der du zu träumen beginnst. All diese Gefühle und Anzeichen sind ein liebevoller Anstubser aus deinem Innern, um dich daran zu erinnern, dass du bereit bist Veränderung zuzulassen. Ja Veränderungen sind etwas Schönes! Und sie dürfen immer wieder kommen. Durch Veränderungen im Leben begegnest du dir immer wieder selbst auf eine neue Art. Du bist nämlich nicht einfach nur die Person, die du zu sein scheinst. In dir steckt sehr viel noch Unentdecktes. Weisst du, dass eine neue Frisur dein Leben beeinflussen kann? Ob es eine Studie dazu gibt, weiss ich nicht. Aber ich habe diese Erkenntnis selbst erlangt durch meine Erfahrung als Friseurin. Wenn du Äusserlich einen neuen Weg einschlägst, überträgt sich das auf viele Ebene. Du spürst dich anders, verhältst dich ein wenig anders und dein Fokus kann sich auch verändern. Dadurch ziehst du neue Menschen in dein Leben und folglich neue Erfahrungen. Das wiederum prägt dich auf deinem weiteren Weg. Wenn du also diesen Ruf nach einer neuen Frisur hörst, lausche und folge deinem Impuls. Neue Abenteuer warten auf Dich!

Was Aufmerksamkeit bekommt, wächst

Wow, letzten Freitag habe ich es voll verkackt. Ich habe den Storyfriday vergessen. Wenn ich ehrlich bin, als ich es merkte, war ich einfach zu faul um noch etwas zu schreiben. Dann dachte ich mir : „was solls, es muss nicht immer alles gemacht werden.“

Aber heute möchte ich die angestauten Wörter abladen. Ich habe mich letztens mit einer Freundin über Pflanzen unterhalten und darüber, dass sie (und auch ich) trotz grauem Daumen, eine prachtvolle Dschungelwelt zu Hause pflegen. Saftige Monstera und feurige Drachenbäume wachsen friedlich vor sich hin. Da fiel mir ein Spruch ein, den ich einmal vor langer Zeit gelesen habe : Was Aufmerksamkeit bekommt, wächst. Jedes mal, wenn mir dieser Spruch wieder einfällt, bin ich motiviert und inspiriert. Früher dachte ich immer, es braucht ein grosses Wissen um Pflanzen zu haben. Meine Grünlinge vertrockneten immer elendig. Heute weiss ich, es braucht lediglich Liebe und Aufmerksamkeit. Diese Erkenntnis empfinde ich als äusserst wertvoll. Man kann sie auf fast alles anwenden. Wenn die Verbindung zwischen zwei Menschen Aufmerksamkeit bekommt, wächst sie auch. Das Band wird stärker. Wenn Kinder von ihren Eltern Aufmerksamkeit bekommen, werden sie selbstbewusst. Ihr Urvertrauen wird dadurch gestärkt. Es gibt noch unzählige Beispiele, was alles stärker, schöner, intensiver werden kann durch Anerkennung.

Oft höre ich von meinen Kund*innen dass ihre Haare nicht gesund sind. Dann frage ich, ob sie denn viel Zeit in ihre Pflege investieren? Meistens ist die Antwort :“ Fast nie“. Wenn hingegen die Haare mit Hingabe umsorgt werden, zeigt sich schon bald eine positive Veränderung.

Mit den Pflanzen habe ich auch gelernt, dass Aufmerksamkeit schenken nicht immer die gewünschten Resultate hervorbringt. Wie oft war ich schon enttäuscht, wenn ich mir grosse Mühe gegeben habe und dann mein angebautes Gemüse voller fieser Blattläuse war, die ich fast nicht mehr loswurde. Ein paar Fluchwörter, Geduld, Zeit, und Bemühungen später ist das Problem dann oft behoben und ich freue mich wie ein kleines Kind über meine erste Ernte. Wenn es mal nicht klappt, habe ich mir zumindest Wissen angeeignet.

Damit will ich sagen: Wenn für dich etwas wertvoll ist, schenke Aufmerksamkeit. Verbringe Zeit mit dem, was du dir wünschst und wichtig ist. Versuche es. Alles was dir wichtig ist, ist die Aufmerksamkeit wert. Erzielt es nicht das gewünschte Resultat, wächst garantiert etwas sehr wichtiges : Deine Erfahrung.

In voller Aufmerksamkeit, deine dir schönen Abend wünschende Coralie

Wer bin ich?

Ich freue mich, heute die Geschichte von Eva* erzählen zu dürfen (Name geändert). Viel Spass beim lesen 🙂

Eva sass mit ihren Eltern beim Abendessen und stocherte lustlos in ihrem Essen herum. Ihre Mutter fragte sie besorgt, was mit ihr los sei, doch Eva zuckte nur mit den Schultern. Dann verschwand sie in ihrem Zimmer. Sie versuchte ihre Gefühle zu verdrängen, doch zu stark waren die Gedanken an den heutigen Tag. Ein Junge hatte sie gehänselt und imitierte dabei Affenlaute. Er machte fiese Bemerkungen zu ihren Haaren, die in seinen Augen wie verbrannte Stahlwolle aussehen würden. Eva wollte ihren Eltern nicht erzählen, was sie oft erleben musste. Ihre Mutter konnte nicht so gut mit Gefühlen umgehen und ignorierte oft die Tatsache, dass Eva anders war. Eva wurde als Baby adoptiert. Sie war ein Einzelkind und genoss die ganze Aufmerksamkeit ihrer Familie. Ihre Eltern erzählten ihr einmal als sie klein war, wie sie zu ihnen gekommen war. Eva kam in Benin zur Welt. Ihre Mutter ist bei der Geburt gestorben und der Vater war Unbekannt. Mit zwei Jahren wurde sie von ihren Eltern in die Schweiz geholt und wuchs in einem kleinen Dorf in der Nähe von Fribourg auf. Ihr Leben sollte so „Schweizerisch“ wie möglich verlaufen, doch das war gar nicht so einfach, wenn man täglich daran erinnert wurde, dass man einfach nicht so aussieht wie die anderen. Die *Stahlwollenfrisur“ hatte sie im Alter von 12 Jahren. Eva fühlte sich oft alleine und fremd, auch wenn ihre Eltern sich gut um sie gekümmert hatten und liebevoll waren. Doch ihr fehlte ein Vorbild, Gleichgesinnte und jemand, der ihr zeigen konnte, wie sie mit ihren Haaren umzugehen hatte. An Tagen wie diesen, wenn der fiese Tobi Spass daran fand, Eva zu quälen, wünschte sie sich, jemand anderes zu sein.

Ein paar Jahre später sass Eva im Zug. Sie beobachtete gedankenverloren die vorbeiziehende Landschaft, als sie plötzlich ein ziehen an ihren Haaren spürte. Vor ein paar Monaten hatte sie sich Dreadlocks machen lassen. Eine Freundin brachte sie auf diese Idee, da sie sich schon immer lange Haare gewünscht hatte und nach einem Weg suchte, mit ihrer Mähne klarzukommen. Durch die wachsenden Locken, veränderte sich auch die Sicht auf das Leben. Mit nun 16 Jahren wollte sie mehr über ihre afrikanischen Wurzeln erfahren. Nachdem sie ihre gesamte Kindheit alles was mit ihren Wurzeln zu tun haben könnte, gänzlich aus ihrem Leben verbannt hatte, öffnete sie sich mehr und mehr ihrer unbekannten Seite. Aber die Tür zu öffnen hiess nicht gleich, dass alles einfacher wurde. Manchmal wurde es auch schmerzhafter. Eva drehte sich um und wollte sehen, wer an ihren Haaren gezogen hatte. Da sass eine Frau, lachte sie an und meinte, sie hätte schon immer einmal solche Haare anfassen wollen. Eva’s Magengegend zog sich zusammen. Sie fühlte sich unwohl. Trotzdem sagte sie nichts zu der Frau und drehte einfach ihren Kopf wieder um.

Heute, zehn Jahre später blickt Eva in den Spiegel und fährt sich über die kurzen Haare. Sie hat sich vor ein paar Jahren den Kopf rasiert. Es fühlt sich an wie eine Befreiung. Als müsste sie sich nicht mehr erklären. Weder sich selbst gegenüber, noch vor den anderen. Die Entscheidung, sich die Haare komplett zu rasieren, kam ziemlich unerwartet. Sie hatte sich von ihrem Freund getrennt. Plötzlich war sie wieder alleine in ihrer Wohnung, starrte die Wand an und fragte sich : Was jetzt? Und wer bin ich? Sie wollte sich frei von Identität machen. Einfach ihre Gefühle spüren und jeden Tag nehmen, wie er ist. Die kurzen Haare helfen ihr, ausgeglichener zu sein. Im Moment kann sie sich nicht vorstellen, sie wieder wachsen zu lassen. Sie kann sich noch nicht mit Ihresgleichen identifizieren. Innerlich fühlt es sich noch fremd an, Flechtfrisuren zu tragen. Eva wünscht sich, eines Tages eine tiefe Verwurzelung zu spüren. Schritt für Schritt ist sie auf dem Weg, alle Facetten von sich zu umarmen und die Geschenke, die ihr Leben ihr bereithält mit offenen Armen zu empfangen.

Ich war begeistert davon, als Eva mir eine Sprachnachricht machte und mir von ihren Erfahrungen erzählte. Ihre Geschichte berührt mich und ich spürte beim zuhören, dass da eine mutige, selbstbewusste Frau spricht, die neugierig ihren Weg geht. Zum Schluss erwähnte sie noch, dass sie ihren Eltern unglaublich dankbar ist sie sich selbst als Glückspilz sieht. Sie plant, dieses Jahr mit ihrer Mutter nach Benin zu reisen und ihre leiblichen Verwandten zu besuchen. Diese Reise wird sie bestimmt wieder ein Stückchen näher zu sich selbst bringen und die Antwort auf die Frage : Wer bin ich? vielleicht ja sogar beantworten.

Maison Baobab

Eigentlich hätte ich schon viel früher über das Maison Baobab schreiben wollen. Immerhin ist es die Mutter (im wahrsten Sinne) von „Baobab-Haar“. Als ich vor knapp fünf Jahren mein geliebter Haartempel in Bern aufgeben musste aus persönlichen Gründen, öffnete mir das Maison Baobab, gegründet im Jahr 2014 von meiner Mama, die Arme für einen Neuanfang ( Btw, Neuanfänge sind meine Spezialität). Anfangs wussten wir noch nicht genau, wo die Reise dieser Schatztruhe hinführen würde. Meine Mama und ich ahnten aber beide, dass hinter diesen steinernen Wänden magische Kräfte wohnen, die alle Besucher dieses schönen Ladens verzaubern würden. Vielleicht mag es für einige von euch etwas befremdend klingen, aber dieser Ort trägt einen wesentlichen Teil zu meinen Haar-Künsten bei. Ich fühle mich oft getragen von der Energie die mich umgibt, wenn ich am arbeiten bin. Die vergangenen Jahre des Maison Baobab’s sind gezeichnet von wertvollen Erfahrungen, spannenden Begegnungen und eindrücklichen Erlebnissen.

Kennst du dieses Gefühl? Du hast eine Vorstellung von etwas, möchtest etwas erschaffen, aber brauchst mehrere Anläufe um an dein Ziel zu kommen? So ungefähr war es am Anfang mit dem Maison Baobab. Es musste mehrmals umgestellt und neu visualisiert werden, bis es schliesslich zu dem wurde, was es heute ist: Ein Weltladen und kultureller Begegnungsort, welcher die Sinne beflügelt. Nicht zuletzt durch den Einzug von Shery ( Shery Blendwerk) bekam das „Baobab“ ( wie es von seinen Anhängern liebevoll genannt wird) einen frischen, neuen Touch. Shery hat sich mittlerweile ein hübsches, originelles Atelier eingerichtet, wo all ihre künstlerischen Kreationen entstehen und umgesetzt werden können. Ihren puristischen Stil lässt sich überraschend gut mit dem Boho-Ethno-Afro- Interieur verbinden und hinterlässt einen einzigartigen Eindruck. Das Maison Baobab in einen Ort der die Sinne berührt zu verwandeln, ist meiner Mutter zweifellos gelungen. Du findest hier fast alles was dein Fernweh-Herz begehrt. Die Sehnsucht, die Welt zu entdecken, ist nach einem Aufenthalt in unserem schönen Laden fast gestillt. Ich freue mich wie ein Honigkuchenpferd, heute Abend am First-Friday zu den tropischen Klängen aus den Playlists von DJ-Jee, DJ Lolo und DJ Nadjé zu tanzen und euch schönen Menschen unter dem Baobab Baum zu begegnen. Come over und feiere mit uns die Vielfalt!

Equality

Gestern bin ich auf einen Artikel gestossen, bei dem es darum ging, dass Frauen in der Öffentlichkeit auch Oben ohne rumlaufen dürfen im Schwimmbad. Es ist interessant welch inneren Stimmen sich in mir gleich gemeldet haben. Einerseits bin ich die Erste, die BH’s einschränkend findet und z.B. stillen in der Öffentlichkeit als etwas total normales betrachtet. Andererseits bin ich die Letzte die ohne Bikini in die Badi gehen würde. Sogar wenn es um meine kleine Tochter geht, kommen bei mir ungute Gefühle, wenn sie zu freizügig rumlaufen möchte. Interessant finde ich aber ihren natürlichen Scham, welcher sie mit fortgeschrittenem Alter entwickelt. Als wäre es ein ungeschriebenes Gesetz, dass dieser Bereich bei uns Frauen intim ist und da nicht alle Menschen damit respektvoll umgehen können, geschützt werden muss.

Wo hat Gleichberechtigung ihren Sinn und wo ihre Grenzen? Vielleicht sollten wir weniger eine künstliche Gleichheit erschaffen wollen sondern vielmehr eine respektvolle Ungleichheit. Ist es nicht genau der Unterschied zwischen allen Geschlechtern, sei es Mann, Frau oder einer weiteren Form, welchen wir brauchen um zu wachsen? Jedes Ying braucht ein Yang. Dass Männer, Frauen und Transmenschen nicht gleich sind, macht doch unser Menschsein irgendwie aus. Stell dir vor, es gäbe nur die Sonne. Der Mond dürfte nicht mehr Mond sein und die Sterne nicht mehr Sterne. Auch die Sonne wäre zu sonnig und sollte mehr Mond werden. Hat sich die Natur nicht etwas dabei gedacht, Menschen unterschiedlich zu machen? Ist es nicht wieder eine weitere Form der Menschen, alles was auf der Erde geschieht zu kontrollieren und zu steuern? Gleichberechtigung hat meines Erachtens weniger mit „Gleichmachen“ zu tun, sondern vielmehr mit Respekt und gleiche Rechte für alle „Unterschiede“. Frauen müssen nicht unbedingt nackt rumlaufen um dem Mann ebenbürtig zu sein. Dass der Frauenkörper eine andere Wirkung gegen aussen als der Männerkörper hat, ist nun mal eine Tatsache.

Ich habe angefangen bei meinen Kunden keinen Unterschied mehr bei den Preisen zu machen. Frauen und Männer bezahlen gleichviel. Nur der Aufwand bestimmt den Unterschied. Und dann kann es natürlich sein, dass es bei Frauen mehr Zeit braucht. Mich störte dieser Unterschied schon immer und ich konnte den Sinn nicht verstehen.

Für eine Arbeit die ich verrichte, möchte ich auch den gleichen Lohn wie ein Mann, der die gleiche Arbeit macht. Das klingt fair.

Menschen, die auf der Flucht sind. Egal aus welchem Land. Oder Menschen, die eine schwierige Zeit durchmachen, sollten alle die gleiche Anerkennung und Unterstützung kriegen. Aber leider zeigt die momentane politische Lage, dass es sehr wohl darauf ankommt, welche Hautfarbe und kulturellen Hintergrund eine Person in Not hat, inwieweit der- oder diejenige unterstützt wird.

Unterschiede sollten gefeiert und anerkannt werden. Sie machen unser Zusammensein schön und lebendig. Wir sind nicht alle gleich. Aber wir sind alle gleich viel wert und haben alle den gleichen Respekt verdient! Heute wünsche ich Dir ganz viel Anerkennung für wer du bist! Möge die Badi-Saison beginnen

Best Case (Lucid)

Heute widme ich meinen Text meinem kleinen Bruder. Mein einst kleiner, schüchterner, lustiger, kleiner Bruder. Ich erinnere mich nicht mehr an die Zeit, als unsere Mutter dieses zarte Wesen in ihrem Bauch trug. Jedoch erinnere ich mich an den Besuch im Krankenhaus, als er da war. Endlich durfte ich echte Windeln wechseln und ein Baby rumtragen ( nicht nur meine schon ziemlich mit fake-Brei verstopfte „Baby Born“). Ich wollte mich um ihn kümmern und ihm eine fürsorgliche grosse Schwester sein. Ich liebte ihn über alles, auch wenn ich manchmal gemein zu ihm war ( habe noch Heute ein schlechtes Gewissen deshalb – sorry Bro !). Manchmal hatte ich aber auch gute Gründe: Er konnte echt nervig sein, wenn er in dauerschleife die Teletubbie- Musik abspielte, oder immer überall mit den Stricknadeln unserer Oma draufhämmerte, als wären alle Möbel Perkussionsinstrumente. Heute verzeihe ich ihm diese Belästigungen. Denn wenn ich zurückblicke wird mir klar, dass all diese Klänge ( auch die Teletubbie-Melodie) und Möbelschläge eine Einstimmung auf seine grossartigen Werke waren, die er heute als erwachsenen Mann hervorbringt. Mit meinem Bruder teile ich den selben Humor ( nicht immer, manchmal findet er mich überhaupt nicht lustig- ich ihn auch nicht immer) und wir teilen viele philosophische Gespräche. Nach dem Sinn des Lebens suchend und grosse Fragen stellend, treffen wir uns immer mal wieder um unseren Horizont zu erweitern. Einmal sprachen wir über den „best Case“. Was wäre, wenn man vom besten Fall ausgeht? Vielleicht dreht sich einmal das Blatt zum Guten und wir hören nur noch positive Nachrichten in den Medien? Der Song „Lucid“ auf dem neuen Soloalbum „Marathon“ von meinem Bruder spricht genau davon. Wie schön wäre es, wenn man all die Sorgen in ein tiefes Vertrauen umwandeln könnte, dass vielleicht der „beste Fall“ eintritt. Einen Gedanken daran wäre es wert. Es ist das dritte Lied bei dem ich mitwirken durfte. Vielen Dank dafür, kleiner (grosser) Bruder. Du berührst mein Herz und ich bin sehr stolz auf dich. „Ich will dass du es siehst, vertraue darauf dass es gut ausgehen wird. Sei dankbar für deinen Weg. Viel zu lange hat man dir den Mut weggenommen.“ Mit meinen Zeilen aus diesem kraftvollen Lied verabschiede ich mich für Heute. „Marathon“- Nativ- unbedingt reinhören. Danke und tschüssi.

Soll ich oder soll ich nicht?

Manchmal kommen Menschen zu mir, da vergesse ich, dass ich arbeite. Aber was soll ich tun? Manchmal plappere ich so viel und plappert auch mein Gast* sehr gerne und dann plappern wir einfach zusammen und am Ende bemerke ich, dass die Zeit um ist und mein Gast (oder Gästin) nebenbei noch eine verdammt tolle Frisur auf dem Kopf hat. Dann bin ich mir oft nicht sicher, wer ihr/ihm jetzt während dieser Stunde die Haare geschnitten hat. Heute hat meine Gästin mir erzählt, dass sie nun endlich die Fahrprüfung absolviert hatte. Da bemerkten wir beide, dass uns eine ewige Angst vor dem Autofahren verbindet. Genau wie ich, dachte auch sie immer, dass sie nie im Stande sein würde ein Auto zu fahren. Voll bepackt mit einer riesigen Portion Mut hat sie sich dennoch in dieses Abendteuer gestürzt und festgestellt, dass es das coolste war, was sie je getan hat. Während sie mir so begeistert davon erzählte und meine Schere seelenruhig eine Locke nach der anderen kürzte, hörte ich eine eindringliche Stimme in meinem Kopf die mir zuflüsterte : “ Du Looserin, reiss dich zusammen und stürze dich auch endlich in dieses Vergnügen.“ Doch die traumatisierten Anteile in mir schüttelten nur den Kopf und verdrehten die Augen, als wollten sie mir sagen : „Lass die Finger davon!“ Auf welche Stimme in meinem Kopf soll ich nun hören? Auf die Traumatisierte oder die Mutige? Meine Mutter und meine Oma sind nie Auto gefahren. Die letzte Erinnerung die ich an eine Autofahrt mit meiner Mutter hatte war, als ich vier Jahre alt war und wir einkaufen gegangen sind. Plötzlich knallte es mitten auf der Strasse und unser Auto hielt abrupt an. Seit diesem Moment hat sich meine Mutter nie wieder ans Steuer gewagt und dermassen über dieses Gefährt geflucht, dass ich annahm es wäre vom Teufel. Ausserdem fürchte ich mich vor zu viel Geschwindigkeit und ich habe als Kind nicht einmal die Fahrradprüfung bestanden. Wie soll ich da bitteschön Auto fahren? Ich brachte es sogar zustande verloren zu gehen, obwohl das im Nachhinein unmöglich hätte geschehen sollen, da wir Kinder alle hintereinander hergefahren sind. Trotzdem fand ich mich irgendwo im nirgendwo wieder und den Weg zurück zur Klasse erst nach einer gefühlten Ewigkeit. Schon allein wegen diesen Fakten habe ich das Gefühl,es ist nicht mein Seelenplan eine Autofahrerin zu werden ( und da gäbe es noch einige Fakten mehr). Doch die Innendekorateurin in mir stupst mich ab und zu liebevoll an um mir mitzuteilen, dass solch ein Können durchaus seine Vorzüge hätte. Zum Beispiel um im Alleingang und ohne auf jemanden angewiesen zu sein, heimlich zu Ikea zu fahren, oder beim „Maison du Monde“ ein paar Dekorationen abzuholen. Die Begeisterung meiner Kundin von heute Morgen über ihr neu erworbenes Können hat mich beeindruckt. Ich lasse mir noch etwas Zeit, um darüber nachzudenken, welche Vorteile ( Ikea Fahrten) und Nachteile ( verloren gehen, falschfahren auf der Autobahn, andere Menschen mit meinem Fahrstil gefährden uvm. ) eine Autoprüfung für mich hätten. Bis dahin plappere ich weiter und lasse auf mysteriöse Weise nebenbei die Haare meiner Kund/innen schneiden. Have a nice Weekend und fahr vorsichtig!

Wenn ich ein Ort wäre

Vor Kurzem traf ich mich zum ersten Mal mit anderen Schreiblingen. Ein Schreibtreffen sozusagen. Da wurde uns die Aufgabe erteilt, sich als Ort zu beschreiben. Diese Idee fand ich äusserst inspirierend. Meistens identifizieren wir uns mit Dingen wie unserem Erscheinungsbild, unserer Arbeit, unserer Einstellung und Meinung zu gewissen Themen und unseren Freizeitaktivitäten. Aber mit welchem Ort identifizieren wir uns? Je länger ich über diese Frage nachdenke, desto ausgedehnter ist meine Antwort. Und dann kommen immer noch mehr Orte in meinen Ort. Angefangen hat es mit einem Wald. Nicht ein gewöhnlicher Wald. Einer, welcher einem Dschungel ähnelt, gefüllt mit saftigen Monstera Pflanzen, Palmen und Bananenbäumen. Ein Dschungel, in welchem Schneeglöckchen , Tulpen und Löwenzahn wachsen. Inmitten dieses Urwaldes ist ein lauschiges Plätzchen mit einem Baumhaus, das zum verweilen einlädt. Weiche Kissen liegen auf dem Boden, überall stehen Laternen und hängen Kunstgegenstände. Der Duft der einem in die Nase steigt ist süsslich und erdig zugleich. Der Boden des Dschungels ist weich und noch feucht vom Regen, der ihn regelmässig nährt. . Es gibt viel zu entdecken in den geheimnisvollen Winkeln und immer wieder blüht eine neue Pflanze, während andere welken. In diesem Dschungel treffen sich Papageie mit Pferden und Raubtiere mit Eichhörnchen. Anfängliche Differenzen verwandeln sich in gegenseitigen Respekt. In diesem Dschungel herrschen Chaos und Ordnung, Lärm und Stille zugleich. Die Bäume sind voller Harz, um Blessuren zu heilen. Wenn ich ein Ort wäre, dann vielleicht einer wie dieser. Nun stell dir selbst diese Frage. Welchen Ort wärst du? Vielleicht kannst du dich heute in diesen Gedanken vertiefen, mit Freunden darüber sprechen und etwas Wesentliches über dich lernen. Ich wünsche Dir einen meditativen Tag 🙂

Von der Langeweile und bedrohlichen Haarschnitten

Eigentlich wollte ich heute über damals erzählen, als ich noch in Bern meinen Salon hatte, diesen wunderschönen Laden, in welchem man sich ein bisschen wie in der Sahara fühlte ( der Name war auch saHaara). Doch jetzt fallen mir gefühlt tausend Dinge ein, über die ich schreiben möchte. Zum Beispiel über die Zeit. Wo bleibt die Zeit eigentlich? Und warum ist sie so knapp? Dreht sich die Welt schneller, oder liegt es nur an den überfüllten Terminkalender? Könnte man die Zeit ausdehnen, oder läuft sie einem wirklich davon? Erst gestern hatte ich dieses Gefühl, welches mich in leichte Panik versetze, dass ich keine Zeit habe. Sie fehlt mir für all die Dinge, die ich machen möchte. Ich liebe es mich zu langweilen, denn dann entstehen die besten Ideen, wird meine Wohnung auseinander genommen und all die unnötigen Dinge werden aussortiert und entsorgt, die schon lange vor sich hingammeln. Momente mich in ein Buch zu vertiefen oder mich den Legokreationen meines Sohnes hinzugeben (oder in den Genuss eines Salzteigmenüs meiner Tochter zu kommen) geniesse ich zutiefst. In der Langeweile verbergen sich viele Schätze. Schätze, die im Dschungel der unzähligen Termine und Verpflichtungen untergehen. Man kann die Zeit nicht aufhalten und die Termine verschieben. Aber vielleicht könnte man ab und zu einen „langweiligen Tag“ eintragen im Terminkalender. Könnte ja sein, dass es sich dadurch ein wenig anfühlt, als würde die Zeit ausgedehnt? Einen Versuch wäre es wert.

Damals jedoch, in meinem Salon in Bern, war einmal ein sonniger, mit zwitschernden Vögeln erfüllter Tag. Unerwartet hatte ich Besuch von einem jungen Mann, welcher sich von mir die Haare schneiden lassen wollte. Ich hatte gerade Zeit und bat ihn sich zu setzen. Ich fragte ihn nach seinem Frisurenwunsch. Bis dahin verlief noch alles unaufgeregt. Ich bat ihn zum Haare waschen und wollte gerade den Wasserhahn aufdrehen, als er plötzlich erschrocken aufstand. “ Willst du mich ertränken?“ fragte er panisch. Ich verstand nicht was er meinte und dachte, dies sei ein Scherz. Schnell merkte ich aber den Ernst in seiner Miene und versuchte ihn zu beruhigen. Nun kriegte ich es mit der Angst zu tun. Wie soll das gehen mit dem Schneiden, wenn er schon beim Waschen denkt, ich wolle ihn umbringen? Er entschuldigte sich für seinen Ausbruch und begleitete mich zum Stuhl. Ich kämmte seine Haare und setzte die Schere an, schon packte er meine Hand und drohte mir, wenn ich ihn verletzen sollte, könne ich etwas erleben. Meinen Hände zitterten und ich war hin und her gerissen, ob ich abbrechen sollte oder weitermachen. Der Kunde ist König. Diesen Satz hatte mir damals mein Ausbildner tief eingebrannt. Also fuhr ich fort (das Abbrechen hätte womöglich noch schlimmeres ausgelöst). Ich deckte den Spiegel mit einem Tuch ab, damit er nicht irritiert war von seinem Spiegelbild und kommentierte jede Handlung die ich tat. Ein paar weitere Male drohte er mir, oder packte mich am Arm. Am Ende hatte ich es aber überstanden und mein Kunde ging ( zwar etwas verstört von meinen vermeintlichen Angriffsversuchen) mit einem neuen Haarschnitt hinaus. Er kam zu meiner Erleichterung nie wieder zu mir zurück. Wahrscheinlich war ich ihm zu kriminell. Ich öffne jetzt meinen Terminkalender und werde mir für den nächsten Monat ein paar langweilige Tage eintragen. In diesem Sinne, bleibt auf der Hut vor gefährlichen Friseuren und dehnt eure Zeit aus 🙂